Arezzo
(88 km von Florenz), das ebenfalls im Tal des Arno liegt. Man durchfahrt
Pontassieve mit der schonen Brücke, Incisa mit dem Schloss aus dem Mittelalter
und Figline Valdarno mit der Madonna von Giovanni del Biondo (1392) in der
Kirche San Francesco. In San Giovanni Valdarno, dem Geburtsort von Masaccio,
wird eine kurze Pause eingelegt, um in dem nur 2 km vom Ort entferntem Kloster
Montecarlo eine Verkündigung von Beato Angelico zu bewundern. Der nächste Ort
ist Montevarchi (54 km von Florenz), und dann ist es nicht mehr weit nach AREZZO.
Die alte Etruskerstadt Arezzo verbündete sich im 4. Jahrhundert v. Chr. mit Rom
und S7 vermied dadurch eine Eroberung und Zerstörung. Im Mittelalter und in der
Renaissance zeichnete sich die Stadt der Geburtsort des Dichters Francesco
Petrarca und des Baumeisters Giorgio Vasari - durch eine
hohe Blute der Kunst aus. Die Besichtigung mag auf der Piazza Grande
beginnen. Hier steht der malerische Palast der Laienbruderschaft, der Palazzo
Cofani mit dem zinnengekrönten Turm, der hohe Turm des Palazzo Lappoli und die
Apsis der im 11. Jahrhundert errichteten und im 13. Jahrhundert umgebauten
Pfarrkirche Santa Maria. Die wundervolle romanische Fassade der Kirche mit
den drei übereinander angeordneten Loggien über dem Portikus erhebt sich am
Corso Italia. Im mittleren der drei Portale befindet sich eine Darstellung der
Monate. Von den vielen Kunstwerken im Inneren ist das Polyptychon von Piero
Lorenzetti (1320) auf dem Hauptaltar besonders zu nennen. Der Corso Italia fuhrt
weiter zum Palazzo Pretorio mit den in Stein gehauenen Wappen, zum einfachen
Haus des Petrarca und zu dem romanisch-gotischen Dom, dessen Bau 1278
begonnen wurde. Einzigartig sind die prachtvollen Fenster von Guglielmo de
Marcillat (14. Jahrh.) und das monumentale Grabmal des Bischofs Tarlati (1330).
Unweit von dem aus dem 14. Jahrhundert stammendem Rathaus erhebt sich die
Kirche San Domenico (1275) mit den Fresken von Spinello Aretino. In der Via
XX Settembre steht das Haus des Vasari, das von dem Künstler selbst mit
Fresken ausgemalt wurde. An der Kreuzung der Via San Loretino mit der Via
Garibaldi ist das Museum, dessen Majoliken und Gemälde unbedingt
sehenswert sind. Hier hangen u.a. der h1. Franziskus von Margaritone
d'Arezzo, eines der ersten signierten Gemälde in Italien, ferner die Madonna
mit Heiligen von Signorelli und die Kreuztragung von Rosso Fiorentino. Die Via
Cavour fuhrt zur Basilika San Francesco (1322) mit den berühmten
Fresken der Kreuzlegende von Piero della Francesca (1452-1466) (vgl. <
Die zehn Hauptstädte der italienischen Malerei >). Vom Corso Italia zweigt
die Via Crispi ab, die zum Römischen Amphitheater fuhrt. Hier ist auch das
Archäologische Museum mit etruskischen Vasen und Bronzen und Vasen aus
romischer Zeit. An der Viale Mecenate liegt die Kirche Santa Maria delle
Grazie mit dem Portikus von Benedetto da Maiano.
Am
Nachmittag ist ein Ausflug nach SAN-SEPOLCRO (38 km von Arezzo)
vorgesehen, denn hier befinden sich in der kleinen Pinakothek die Madonna della
Misericordia und die Auferstehung, die zu den bedeutendsten Bildern von Piero
della Francesca gehören. Der Weg dorthin fuhrt über di Foce di Scopetone (526
m u.d.M.) mit einer herrlichen Aussicht auf das obere Tibertal. Auf dem Ruckweg
kann man hier zum Abendbrot bleiben. Am folgenden Morgen verlasst man Arezzo.
Die Strasse fuhrt durch eine bezaubernde Hügellandschaft. Auf dem Gipfel, der
von zinnengekrönten Mauern umgeben ist, taucht der hohe Turm von Castiglion
Fiorentino (16 km von Arezzo) auf. Der Ort zeichnet sich durch die Fresken von
L. Signorelli in der Kirche della Consolazione, die Anbetung der Hirten von
Lorenzo di Credi in der Kapitelkirche und durch ein kleines Museum aus. 10 km
weiter liegt CORTONA.