DUOMO DI SAN MARTINO


 

LUCCA. Lucca, eine römische Stadt, erlangte im Mittelalter Grosse Bedeutung und entwickelte, dank der Nahe von Carrara mit seinem Marmorreichtum, seine romanische Architektur aus der lombardischen Kunst. So entstanden die reichen Ornamente, die Skulpturen, Loggien, Galerien und Kapitelle, die kennzeichnend für die Architektur von Lucca und Pisa sind. Die Altstadt ist von einer gewaltigen Stadtmauer, von wo aus man einen schonen Blick auf die Häuser und Türme hat, umgeben. Eine Sehenswürdigkeit ist der Dom aus dem 13. Jh. mit seinen Loggien und Skulpturen und der herrlichen Fassade, darunter ein Hl. Martin, dessen Ähnlichkeit mit dem Reiter im Bamberger Dom augenfällig ist. Auch der Innenraum ist reich an Kunstwerken: das wundervolle Grabmal der Maria del Carretto von Jacopo della Quercia, ein Altar von Giambologna, ein Abendmahl von Tintoretto und in der Sakristei ein Altarbild von Ghirlandaio. Hinter dem Dom liegt der erzbischöfliche Palast mit einem Portal aus dem 15. Jh. Sehr schön ist auch das Oratorium Santa Maria della Rosa in romanischgotischem Stil. Man geht jetzt zur Piazza San Martino mit ihren schönen Palästen, überquert die Piazza Antelminelli und erreicht die Kirche San Giovanni mit dem bemerkenswerten Portal aus dem Jahre 1187 und dem Baptisterium aus dem 14. Jh. Von hier geht es weiter zur Piazza Napoleone mit dem grossen Palazzo Provinciale (1587), in dem eine bemerkenswerte Pinakothek untergebracht ist. Über die Via Vittorio Veneto gelangt man zur Piazza San Michele mit mittelalterlichen Häusern, die von der Kirche San Michele (1143) mit der schlanken Fassade dominiert werden. Von den Kunstwerken im Inneren sind vor allem die Gemälde von Filippino Lippi und ein Relief von A. della Robbia sehenswert. Man folgt der Via Fillungo, der schönsten Strasse von Lucca, bis zum Römischen Amphitheater, das malerisch inmitten von Häusern aus dem Mittelalter liegt. Man wendet sich nach links und steht nach wenigen Schritten vor der romanischen Kirche San Frediano (1112), deren strenge Fassade mit Mosaiken geschmückt ist. Unbedingt sehenswert sind hier das Taufbecken und die Skulpturen von Jacopo della Quercia, Civitali und anderen Meistern. Jetzt geht es zurück zur Via dell'Anfiteatro und von hier weiter über die Piazza San Pietro zu der Kirche San Francesco (13. Jh.) mit einem bemerkenswerten Portal und mittelalterlichen Sarkophagen und dann zur Villa Guinigi (1418) mit einer Loggia und einem sehenswerten Museum mit Ausgrabungsfunde aus ligurischer, etruskischer und römischer Zeit, Skulpturen der Schulen der Lombardei, von Pisa und Lucca sowie Werken von Civitali, Berlinghieri, Fra Bartolomeo, Batoni und Andrea del Sarto. Durch die Via Fratta und die Via Mordini gelangt man in die Via de' Guinigi. Hier befindet sich ein mittelalterlicher Gebäude-komplex, der von der Torre Guinigi, einem Turm, auf dessen Dach Baume wachsen, überragt wird.

Nur 21 Kilometer sind es von Lucca nach PISA.